Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Wie Suchmaschinen und KI-Suchen deine Website finden
- Keywords und Suchintention: wonach deine Kunden suchen
- OnPage-SEO: deine Website richtig optimieren
- Inhalte, die gefunden und zitiert werden
- GEO: in AI Overviews und ChatGPT-Antworten auftauchen
- Lokale Sichtbarkeit für Selbstständige
- Reichweite über die Suche hinaus
- 30-Tage-Plan für Solo-Selbstständige
- Häufige SEO-Fehler
- Häufige Fragen
- Quellen
SEO für Selbstständige heißt: Deine Website soll bei den Suchanfragen auftauchen, mit denen potenzielle Kunden nach deiner Leistung suchen, ohne dass du ein Werbebudget brauchst. Dafür reichen drei Bausteine: eine technisch saubere Website, wenige, aber wirklich hilfreiche Seiten zu deinen Leistungen und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, wenn du lokal arbeitest. Für KI-Antworten wie Googles AI Overviews oder die ChatGPT-Suche gilt laut Google: Es gibt keine Sonderregeln, gute SEO ist die Voraussetzung. Hier bekommst du die Grundlagen, eine OnPage-Checkliste und einen 30-Tage-Plan.
Das Wichtigste in Kürze
- Suchintention vor Keyword: Jede wichtige Seite beantwortet eine konkrete Suchanfrage besser als die Konkurrenz.
- OnPage-Grundlagen: eindeutiger Title, beschreibende Meta Description, sprechende URL, klare Überschriften, Alt-Texte, interne Links.
- Technik: Seite muss crawlbar und indexierbar sein. Google nennt als gute Core-Web-Vitals-Werte LCP bis 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden und CLS unter 0,1.
- GEO (Generative Engine Optimization): Für AI Overviews und den KI-Modus braucht es laut Google keine speziellen Dateien oder Markups. Für die ChatGPT-Suche muss der Crawler OAI-SearchBot zugelassen sein.
- Geduld: SEO wirkt über Monate. Plane feste Zeit pro Woche ein statt einer einmaligen Aktion.
Wie Suchmaschinen und KI-Suchen deine Website finden
Google findet Seiten über Links und Sitemaps (Crawling), speichert sie im Index und wählt bei jeder Suchanfrage die passendsten aus (Ranking). KI-Funktionen wie die AI Overviews setzen auf diesen Index auf. Google beschreibt, dass sie dafür mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen ausführen (Query Fan-out) und dabei oft eine größere Bandbreite an Seiten verlinken als die klassischen Ergebnisse. Voraussetzung ist, dass deine Seite indexiert ist und mit Snippet angezeigt werden darf.
Andere KI-Suchen nutzen eigene Crawler oder fremde Indizes. OpenAI erklärt etwa, dass Seiten, die den Crawler OAI-SearchBot blockieren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen. Der Crawler GPTBot sammelt dagegen Trainingsdaten. Ihn zu blockieren, hat laut OpenAI keinen Einfluss auf die Sichtbarkeit in der ChatGPT-Suche.
Für dich heißt das: Wer bei Google gut auffindbar ist und KI-Crawler nicht versehentlich aussperrt, hat die wichtigste Grundlage für GEO bereits gelegt.
Keywords und Suchintention: wonach deine Kunden suchen
Bevor du an der Website schraubst, kläre, wer deine Kunden sind und wie sie suchen. Eine Hilfe dafür ist die Zielgruppenanalyse. Danach:
- Leistungen auflisten: Was verkaufst du konkret? „Webdesign für Handwerksbetriebe“ ist besser als „digitale Lösungen“.
- Suchbegriffe sammeln: Wie würde ein Kunde danach suchen? Nutze die Vorschläge in der Google-Suche, „Ähnliche Fragen“ und, sobald deine Website läuft, den Leistungsbericht in der Google Search Console (Suchanfragen, für die du bereits angezeigt wirst).
- Suchintention prüfen: Gib den Begriff bei Google ein und schau, was oben steht. Ratgeber, Anbieterseiten, Branchenverzeichnisse oder ein Kartenausschnitt zeigen, welche Art Seite Google für passend hält.
- Zuordnen: Pro Suchintention eine Seite. Zwei Seiten zum selben Thema konkurrieren miteinander.
Für Selbstständige sind Suchanfragen mit Ort oder Spezialisierung meist wertvoller als breite Begriffe: Mit „Steuerberatung für Freiberufler Leipzig“ suchen weniger Menschen als mit „Steuerberater“, aber fast alle davon sind passende Kunden.
OnPage-SEO: deine Website richtig optimieren
OnPage-SEO umfasst alles, was du auf der eigenen Website beeinflusst. Googles SEO-Startleitfaden nennt die Grundlagen.
| Element | Was Google empfiehlt | Praxis-Tipp |
|---|---|---|
| Title (Seitentitel) | eindeutig pro Seite, klar, prägnant, beschreibt den Inhalt | Hauptbegriff nach vorn, Ort oder Marke ans Ende |
| Meta Description | kurz, einzigartig, mit den wichtigsten Punkten der Seite | Nutzen und Besonderheit nennen, kein Keyword-Stapel |
| URL | Wörter, die den Inhalt beschreiben, keine zufälligen IDs | /leistungen/logo-design/ statt /?p=123 |
| Überschriften | Reihenfolge ist für Google nicht entscheidend, hilft aber Screenreadern | Eine H1, darunter logische Abschnitte |
| Bilder | Alt-Text beschreibt kurz, was das Bild im Kontext zeigt | Dateigröße reduzieren, aussagekräftige Dateinamen |
| Links | Ankertext sagt, was die Zielseite enthält | „Preise für Logo-Design“ statt „hier klicken“ |
Ebenso deutlich nennt Google, was nicht hilft: Das Meta-Keywords-Tag wird nicht genutzt, Keyword-Stuffing verstößt gegen die Spam-Richtlinien, und es gibt keine ideale Wortanzahl. Auch Keywords in Domain oder URL haben laut Google kaum Einfluss.
Technische Grundlagen
- Indexierung prüfen: Richte die Google Search Console ein. Mit der URL-Prüfung siehst du, ob eine Seite im Index ist.
- robots.txt kontrollieren: Viele Baukästen und Plugins blockieren Crawler aus Versehen, etwa nach einem Relaunch.
- Sitemap einreichen: in der Search Console und in den Bing Webmaster Tools.
- Ladezeit und Stabilität: Die Core Web Vitals messen Ladezeit des größten Elements (LCP), Reaktionszeit auf Eingaben (INP) und Layoutverschiebungen (CLS). Sie stehen in der Search Console.
- Mobile Darstellung: Prüfe jede wichtige Seite auf dem Smartphone.
- HTTPS: Standard, bei den meisten Hostern kostenlos.
Warum eine eigene Website die Basis ist, statt nur Social-Media-Profilen, erklärt Startup-Website.
Inhalte, die gefunden und zitiert werden
Google formuliert in seinen Richtlinien für hilfreiche Inhalte einige Prüffragen, die für Selbstständige besonders passen: Bietet die Seite eigene Informationen oder Analysen? Geht sie über das Offensichtliche hinaus? Ist erkennbar, wer sie geschrieben hat und warum diese Person sich auskennt? Würde jemand sie weiterempfehlen?
Genau hier hast du einen Vorteil gegenüber großen Portalen: Du hast echte Erfahrung aus Kundenprojekten. Nutze sie.
- Leistungsseiten: Was genau bekommst du, für wen, zu welchem Ablauf, mit welchen Preisspannen oder Preisfaktoren?
- Fragen beantworten: Jede Frage, die Kunden dir im Erstgespräch stellen, ist ein potenzieller Abschnitt oder Artikel.
- Belege zeigen: Projektbeispiele, Vorher-nachher, eigene Zahlen, Zertifikate.
- Autorenseite: Wer steckt dahinter, welche Ausbildung und Erfahrung.
Wie du solche Texte konkret aufbaust, steht in SEO-Texte schreiben. Wenn du regelmäßig veröffentlichen willst, hilft dir Blog starten.
Google warnt ausdrücklich vor Inhalten, die vor allem für Suchmaschinen produziert werden: viele Themen in der Hoffnung, dass einige ranken, stark automatisierte Massentexte oder Zusammenfassungen fremder Inhalte ohne Mehrwert. KI-Unterstützung beim Schreiben ist erlaubt. Wer aber mit wenig Kontrolle massenhaft Texte erzeugt, um Rankings zu manipulieren, verstößt gegen die Spam-Richtlinien.
GEO: in AI Overviews und ChatGPT-Antworten auftauchen
GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Optimierung für KI-generierte Antworten. Google sagt zu AI Overviews und KI-Modus klar: Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen und du brauchst keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder spezielles Schema-Markup. Google nennt stattdessen diese Punkte:
- Crawling in robots.txt und beim Hosting oder CDN erlauben
- Inhalte über interne Links auffindbar machen
- gute Nutzererfahrung bieten
- wichtige Inhalte als Text bereitstellen, nicht nur in Bildern oder PDFs
- strukturierte Daten nur passend zum sichtbaren Text nutzen
- Google-Unternehmensprofil und, für Shops, Merchant Center aktuell halten
Was sich in der Praxis bewährt, um zitierfähig zu sein:
- Klare Antworten: Beantworte die Kernfrage im ersten Absatz eines Abschnitts in ein bis zwei Sätzen.
- Konkrete Fakten: Preise, Abläufe, Fristen, Zahlen mit Quelle. Vage Texte liefern einer KI nichts zum Zitieren.
- Einheitliche Angaben: Name, Adresse, Leistungen und Preise stimmen auf Website, Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen überein.
- Erwähnungen außerhalb der eigenen Seite: Bewertungen, Fachartikel, Interviews und Verzeichniseinträge. Wie du Bewertungen erlaubt einholst, steht in Bewertungsmanagement.
KI-Crawler gezielt steuern
| Crawler | Betreiber | Zweck | Folge einer Sperre |
|---|---|---|---|
| Googlebot | Google-Suche inklusive AI Overviews und KI-Modus | Keine Sichtbarkeit in der Google-Suche | |
| Google-Extended | Training und Grounding in anderen Google-KI-Systemen | Laut Google keine Auswirkung auf die Suche | |
| OAI-SearchBot | OpenAI | ChatGPT-Suche | Seite erscheint nicht in ChatGPT-Suchantworten |
| GPTBot | OpenAI | Trainingsdaten | Laut OpenAI kein Einfluss auf die ChatGPT-Suche |
Wenn du nicht willst, dass deine Texte ins KI-Training fließen, kannst du GPTBot und Google-Extended sperren und trotzdem in der Suche sichtbar bleiben. Prüfe nach einer Änderung, ob du nicht versehentlich den Googlebot oder OAI-SearchBot mit ausgeschlossen hast. In der Search Console werden Klicks aus AI Overviews und KI-Modus im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ mitgezählt, nicht separat.
Lokale Sichtbarkeit für Selbstständige
Arbeitest du mit Kunden vor Ort, ist das kostenlose Google-Unternehmensprofil oft wichtiger als jede Blogseite. Es erscheint in Google Maps und im lokalen Kartenausschnitt der Suche. Fülle Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos vollständig aus und sammle echte Bewertungen. Für Bing gibt es mit Bing Places ein Gegenstück. Ausführlich erklärt das der Artikel Local SEO.
Reichweite über die Suche hinaus
SEO allein bringt am Anfang wenig Besucher. Neue Seiten werden schneller gefunden, wenn es Signale von außen gibt:
- Website im Profil auf LinkedIn, Instagram und in Branchenverzeichnissen verlinken
- Gastbeiträge oder Interviews in Fachmedien
- Kooperationen mit Partnern, die auf dich verlinken
- Neue Inhalte über IndexNow melden: Das Protokoll informiert unter anderem Bing direkt über neue oder geänderte URLs. Viele CMS-Plugins unterstützen es.
30-Tage-Plan für Solo-Selbstständige
Beispiel: Eine selbstständige Fotografin mit fünf Stunden pro Woche für SEO.
| Woche | Aufgaben |
|---|---|
| 1 | Search Console und Bing Webmaster Tools einrichten, Sitemap einreichen, robots.txt prüfen, Google-Unternehmensprofil vervollständigen |
| 2 | 10 bis 20 Suchbegriffe sammeln, jeder Leistung eine Seite zuordnen, Titles und Meta Descriptions der wichtigsten Seiten überarbeiten |
| 3 | Die wichtigste Leistungsseite neu schreiben: Ablauf, Preisfaktoren, Beispiele, häufige Fragen, Autorenangaben |
| 4 | Bilder komprimieren und mit Alt-Texten versehen, interne Links ergänzen, fünf zufriedene Kunden um eine Google-Bewertung bitten |
Danach: monatlich in der Search Console prüfen, für welche Suchanfragen du angezeigt wirst, und alle ein bis zwei Monate eine Seite verbessern oder einen neuen Ratgeber zu einer echten Kundenfrage veröffentlichen.
Häufige SEO-Fehler
- Eine Seite für alles: Alle Leistungen auf der Startseite. Google kann keine Seite einer konkreten Suchanfrage zuordnen.
- Gleiche Titles überall: Jede Seite heißt „Startseite – Firmenname“.
- Text in Bildern: Leistungen und Preise stehen nur als Grafik oder im PDF.
- Crawler ausgesperrt: „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ nach dem Relaunch nicht deaktiviert.
- Massentexte: Viele dünne Seiten zu Orten, an denen du gar nicht arbeitest.
Häufige Fragen
Kann ich SEO als Selbstständiger selbst machen?
Ja. Die Grundlagen aus diesem Artikel brauchen kein Spezialwissen, nur regelmäßige Zeit. Externe Hilfe lohnt sich für technische Probleme, einen Relaunch oder stark umkämpfte Suchbegriffe.
Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?
Das hängt von Wettbewerb, Alter der Website und Qualität der Inhalte ab. Google nennt selbst für das erneute Crawlen geänderter Seiten Zeiträume von einigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Plane deshalb mit Monaten, nicht mit Wochen.
Brauche ich eine llms.txt-Datei für KI-Suchen?
Für Google nicht: Google sagt ausdrücklich, dass für AI Overviews und den KI-Modus keine neuen KI-Textdateien oder speziellen Markups nötig sind. Wichtiger ist, dass deine Inhalte als Text vorliegen und Crawler nicht blockiert sind.
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO zielt auf Platzierungen in den klassischen Suchergebnissen, GEO darauf, in KI-generierten Antworten als Quelle genannt zu werden. Die Grundlagen überschneiden sich weitgehend: indexierbare, klare, belegte Inhalte.
Lohnt sich SEO, wenn ich lokal arbeite?
Gerade dann. Bei lokalen Suchanfragen ist der Wettbewerb kleiner, und das Google-Unternehmensprofil bringt oft schon nach kurzer Zeit Anfragen, wenn es vollständig ist und echte Bewertungen hat.







