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syntik ist eine KI-Beratung aus Siegen, die mittelständischen Industrieunternehmen hilft, künstliche Intelligenz in konkrete Arbeitsabläufe zu bringen: Angebote schreiben, Ausschreibungen prüfen, Ersatzteilbedarf vorhersagen. Gegründet hat die syntik GmbH Mert Erdoğan im Sommer 2025. Das Unternehmen finanziert sich bisher aus dem eigenen Cashflow, ohne Wagniskapital. Die folgenden Angaben stammen aus der Unternehmenswebsite und aus veröffentlichten Interviews und Porträts, die am Ende verlinkt sind.
Der Gründer und die Ausgangslage
Mert Erdoğan stammt aus dem Siegerland und hat an der Universität Siegen Wirtschaftsinformatik studiert. Im Porträt des Magazins StartingUp beschreibt er seine Nähe zum Mittelstand über die eigene Familie: Sein Vater arbeitet seit mehr als 20 Jahren bei den Deutschen Edelstahlwerken. Vor der Gründung hatte Erdoğan eine Managementposition, die er für die Selbstständigkeit aufgab.
Der Anstoß kam aus der Beobachtung, dass viele sinnvolle KI-Anwendungen in Unternehmen nie umgesetzt werden. „Das Frustrierende war, dass diese Use Cases echten Mehrwert schaffen könnten“, sagt er gegenüber StartingUp. Im Alumni-Porträt der Universität Siegen formuliert er sein Ziel so: „Ich möchte KI in der Region, den Unternehmen und Menschen zugänglicher machen.“
syntik: Angebot und Arbeitsweise
syntik versteht sich weniger als klassische IT-Beratung, sondern als Übersetzer zwischen KI-Technologie und Mittelstand. Das Angebot hat laut Website drei Bausteine:
| Baustein | Inhalt |
|---|---|
| KI-Workshop | Use Cases gemeinsam finden und priorisieren, daraus eine Datenstrategie und KI-Roadmap ableiten |
| KI-Training | Mitarbeitende im Umgang mit Data Science, Machine Learning und KI schulen |
| Individuelle Entwicklung | maßgeschneiderte KI-Lösungen, darunter ein unternehmensinternes „Enterprise GPT“ |
Laut Alumni-Porträt behandeln die Workshops auch den EU AI Act und den datenschutzkonformen Aufbau eigener GPT-Anwendungen. Im Interview mit StartupValley beschreibt Erdoğan den Ansatz so: Man beginne beim Prozess, nicht bei der Technologie, „weil KI nur dort Wirkung entfaltet wo sie ein echtes Problem letztlich löst“.
Typische Anwendungsfälle
Die Website nennt als Fallbeispiele unter anderem:
- KI-gestützte Angebotserstellung, auch für Ersatzteile
- Bedarfsprognosen für Ersatzteile und automatisierte Materialdisposition
- Analyse von Lastenheften und Ausschreibungen
- automatisierte Bearbeitung von Kundenanfragen
- automatisierte Erstellung von Bedienungsanleitungen
Bewusst ausgeklammert sind laut Alumni-Porträt Produktion, Hardware und Sensorik. syntik arbeitet an Wissens- und Büroprozessen in Vertrieb, Einkauf, Service, Qualitätssicherung oder Controlling.
Zielgruppe
Im Fokus stehen mittelständische Unternehmen mit etwa 50 bis 5.000 Beschäftigten, zu Beginn vor allem in Siegen-Wittgenstein. Die Website listet Branchen von Metallverarbeitung und Maschinenbau über Kunststoffverarbeitung und Automotive bis zu Logistik, Versicherung und öffentlicher Verwaltung. Als Referenzen mit Kundenzitaten erscheinen dort unter anderem Tsubaki Kabelschlepp, OWS Service für Schienenfahrzeuge und die GUS Group.
Wachstum ohne Investoren
syntik wächst per Bootstrapping, also aus den laufenden Einnahmen. Das Stammkapital der GmbH hat der Gründer laut StartingUp selbst eingebracht. Erdoğan begründet den Verzicht auf Wagniskapital mit Unabhängigkeit: „Wir wollen nur unseren Kunden verpflichtet sein, nicht irgendwelchen Wachstumsverpflichtungen von Investoren.“ Ausgeschlossen sind Investoren für die Zukunft nicht, allerdings erst, wenn eigene KI-Produkte etabliert sind.
Der Preis dafür ist Geduld. Viele Mittelständler scheuen größere KI-Investitionen, weil Nutzen und Aufwand schwer abzuschätzen sind. Erdoğan nennt im Alumni-Porträt genau das als größte Herausforderung: Kunden von Lösungen zu überzeugen, deren Nutzen sie vorab nicht sicher kennen. Sein Anspruch dabei: „KI nahbar zu machen und dabei ein sicheres Gefühl zu vermitteln.“
Vom Dienstleister zum Produkt
Mittelfristig will syntik vom reinen Projektgeschäft zu wiederverwendbaren Lösungen kommen. Geplant sind laut StartingUp und StartupValley standardisierte KI-Module, die sich wie Bausteine in verschiedene Unternehmen einsetzen lassen, etwa Assistenzsysteme für Normen und Richtlinien oder der automatische Abgleich von Ausschreibungen mit dem eigenen Leistungskatalog. Als Zielbranchen nennt das Unternehmen stark regulierte, dokumentationsintensive Bereiche wie Chemie, Pharma und Automotive.
Was Gründer von syntik lernen können
- Mit dem Problem anfangen. syntik verkauft keine Technologie, sondern die Lösung eines konkreten Prozessproblems. Das senkt die Hürde beim Kunden.
- Regionale Nähe nutzen. Der Start im eigenen Umfeld, mit Kontakten aus Studium und Familie, hat den Einstieg in eine konservative Zielgruppe erleichtert.
- Schulung als Türöffner. Trainings bauen Vertrauen auf, bevor es um größere Entwicklungsprojekte geht.
- Finanzierung bewusst wählen. Bootstrapping passt, wenn Projekte früh Umsatz bringen. Ein ähnliches Muster zeigt die Geschichte von cleverklagen.
Wer selbst KI im eigenen Startup einsetzen will, findet einen Überblick in KI für Gründer. Wie ein KI-Assistent im Kundenservice aufgebaut wird, zeigt Chatbot für Startups. Ein weiteres Beispiel für ein KI-Startup mit klarem Nischenproblem ist Agonius.
Häufige Fragen
Wo sitzt syntik?
Die syntik GmbH sitzt laut Impressum in der Spandauer Straße 40 in 57072 Siegen und ist beim Amtsgericht Siegen unter HRB 14319 eingetragen. Geschäftsführer ist Mert Erdoğan.
Für welche Unternehmen arbeitet syntik?
Vor allem für mittelständische Industrieunternehmen, laut Alumni-Porträt mit etwa 50 bis 5.000 Beschäftigten. Branchen reichen von Maschinenbau und Metallverarbeitung bis zu Logistik und öffentlicher Verwaltung.
Hat syntik Investoren?
Nach Angaben aus dem StartingUp-Porträt nein. Das Unternehmen finanziert sich aus dem eigenen Cashflow und schließt Investoren erst für eine spätere Produktphase nicht aus.







