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Ein Zahlungsanbieter für den Onlineshop kostet dich bei Kartenzahlungen typischerweise zwischen 1,5 und 3 Prozent vom Umsatz plus eine Festgebühr von rund 0,25 bis 0,39 Euro pro Transaktion. Bei kleinen Warenkörben macht die Festgebühr den größten Teil aus, bei großen der Prozentsatz. Welcher Anbieter günstig ist, hängt deshalb an deinem durchschnittlichen Bestellwert und den Zahlungsarten, die deine Kunden wirklich nutzen. Hier findest du die aktuellen Gebühren der wichtigsten Anbieter, ein Rechenbeispiel und einen Plan, mit dem du dein Payment-Setup in 30 Tagen aufbaust.
Das Wichtigste in Kürze
- Gebühren: Stripe nimmt für Standard-Karten aus dem EWR 1,5 % + 0,25 Euro, Mollie 1,80 % + 0,25 Euro, PayPal 2,99 % + 0,39 Euro (Stand: Oktober 2026).
- Payment Service Provider (PSP): Ein PSP bündelt mehrere Zahlungsarten in einer Schnittstelle. Für Startups ist das fast immer einfacher als einzelne Verträge.
- Rückbuchungen kosten extra: bei Stripe 20 Euro pro Streitfall, bei PayPal 16 Euro pro Karten-Chargeback.
- Aufschläge für SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und Verbraucherkarten sind nach § 270a BGB unwirksam. Die Gebühr trägst du.
- Vor Ort: Mobile Kartenterminals wie SumUp kosten 1,39 % pro Zahlung ohne Grundgebühr. Kassen-Apps mit Kassenfunktion brauchen eine TSE und müssen dem Finanzamt gemeldet werden.
Wie Zahlungsanbieter funktionieren
Zwischen deinem Shop und dem Geld deiner Kunden stehen mehrere Beteiligte. Der Acquirer (die Händlerbank) wickelt Kartenzahlungen ab. Ein Payment Service Provider wie Stripe, Mollie oder Adyen verbindet deinen Shop mit Acquirern und weiteren Zahlungsarten wie PayPal, Klarna oder SEPA-Lastschrift. Du bekommst einen Vertrag, ein Dashboard und eine Abrechnung. Wallets wie PayPal, Apple Pay oder Google Pay sind Zahlungsarten, die der PSP durchreicht oder die du direkt anbindest.
Viele Shopsysteme haben einen eigenen Zahlungsdienst eingebaut. Prüfe beim Shopsystem, ob für externe Anbieter zusätzliche Transaktionsgebühren anfallen. Wie du das richtige System auswählst, steht in unserer Anleitung Onlineshop erstellen.
Gebühren der Zahlungsanbieter im Vergleich
Die Tabelle zeigt die Standardpreise ohne individuelle Verhandlung, laut den Preisseiten der Anbieter (Stand: Oktober 2026):
| Zahlungsart | Stripe | Mollie | PayPal |
|---|---|---|---|
| Standard-Kreditkarte EWR | 1,5 % + 0,25 Euro | 1,80 % + 0,25 Euro | 2,99 % + 0,39 Euro |
| Premium- bzw. Geschäftskarte EWR | 2,8 % + 0,25 Euro | 2,90 % + 0,25 Euro | 2,99 % + 0,39 Euro |
| Karte außerhalb des EWR | 3,15 % + 0,25 Euro, ggf. + 2 % Währungsumrechnung | 3,25 % + 0,25 Euro | abweichende Sätze |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 Euro | 0,35 Euro | – |
| Klarna | ab 2,99 % + 0,35 Euro | 2,99 % + 0,35 Euro | – |
| PayPal-Zahlung | – | PayPal-Gebühr + 0,10 Euro | 2,99 % + 0,39 Euro |
| Rückbuchung/Streitfall | 20 Euro pro Streitfall, plus 20 Euro bei manueller Antwort | keine Angabe auf der Preisseite | 16 Euro pro Karten-Chargeback, 14 Euro pro Käuferschutzfall |
| Grundgebühr | keine | keine für Online-Zahlungen | keine |
Bei Mollie sind bis zu fünf Auszahlungen pro Monat kostenlos, jede weitere kostet 0,25 Euro. Große Händler bekommen bei allen Anbietern individuelle Konditionen. Frag nach, sobald dein monatliches Volumen deutlich wächst.
Wero als neue Option
Wero ist das Bezahlverfahren der European Payments Initiative, hinter dem europäische Banken stehen. Im deutschen Onlinehandel ist Wero seit November 2025 nutzbar, zunächst mit Kunden von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. Laut Berichten binden Anbieter wie Stripe, PAYONE, Unzer und Worldline Wero an. Die Gebühren und die Verfügbarkeit für dein Shopsystem erfragst du bei deinem PSP.
Rechenbeispiel: Was dich 100 Bestellungen kosten
Beispiel: Ein Shop für Tee-Zubehör hat im Monat 100 Bestellungen mit durchschnittlich 50 Euro Warenkorb. Alle Kunden zahlen mit derselben Zahlungsart.
| Zahlungsart | Gebühr pro Bestellung | Kosten bei 100 Bestellungen | Anteil am Umsatz |
|---|---|---|---|
| Stripe, Standard-Karte EWR | 0,75 + 0,25 = 1,00 Euro | 100,00 Euro | 2,0 % |
| Mollie, Verbraucher-Karte EWR | 0,90 + 0,25 = 1,15 Euro | 115,00 Euro | 2,3 % |
| PayPal | 1,50 + 0,39 = 1,89 Euro | 189,00 Euro | 3,8 % |
| SEPA-Lastschrift über Stripe | 0,35 Euro | 35,00 Euro | 0,7 % |
Bei einem Warenkorb von nur 15 Euro sieht es anders aus: Die PayPal-Gebühr liegt dann bei 0,84 Euro, also 5,6 Prozent des Umsatzes. Kleine Warenkörbe leiden besonders unter der Festgebühr. Eine einzige Rückbuchung kostet bei Stripe mit 20 Euro so viel wie die Kartengebühren von 20 normalen Bestellungen in diesem Beispiel. Rechne die Zahlungskosten deshalb in deine Fixkosten- und Margenplanung ein, nicht als Kleinkram.
In der Praxis zahlen deine Kunden mit einem Mix. Lass die Zahlungsarten im ersten Quartal laufen, werte dann aus, welche genutzt werden, und streiche teure Optionen, die kaum jemand wählt.
Rechtliche Punkte beim Payment-Setup
Keine Zahlungsaufschläge. Nach § 270a BGB darfst du keine Extragebühr für SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung oder Zahlungskarten von Verbrauchern verlangen. Die Gebühren deines Anbieters musst du in den Preis einkalkulieren.
Starke Kundenauthentifizierung. Seit der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) müssen Kunden Online-Zahlungen in der Regel mit zwei von drei Faktoren bestätigen: Wissen (PIN), Besitz (Smartphone) oder Inhärenz (Fingerabdruck). Für Kleinbetragszahlungen unter 30 Euro gibt es eine Ausnahme, solange bestimmte kumulative Grenzen nicht überschritten werden. Dein PSP setzt das technisch um, du musst nur darauf achten, dass dein Checkout das 3-D-Secure-Verfahren unterstützt.
Rechnungen. Jede Zahlung braucht eine ordnungsgemäße Rechnung. Wenn du noch kein Programm dafür hast, findest du Optionen im Vergleich kostenlose Rechnungsprogramme für Kleinunternehmer.
Mobile Payment vor Ort: Gebühren und Kassenpflichten
Wer auf Märkten, Messen, im Laden oder mit einem Foodtruck verkauft, braucht Kartenzahlung vor Ort. Mobile Terminals oder Tap to Pay auf dem Smartphone sind dafür die einfachste Lösung.
SumUp nennt auf seiner Preisseite zwei Modelle (Stand: Oktober 2026):
| Modell | Gebühr | Grundgebühr | lohnt sich |
|---|---|---|---|
| Umsatzbasiert | 1,39 % pro Transaktion | keine | bei kleinem oder schwankendem Kartenumsatz |
| Zahlungen Plus | 0,79 % pro Transaktion | 19 Euro im Monat | laut Anbieter ab 3.500 Euro Kartenumsatz im Monat |
Die Rechnung dahinter: Der Unterschied von 0,6 Prozentpunkten spart bei 3.500 Euro Umsatz 21 Euro und deckt damit die Grundgebühr. Darunter zahlst du mit dem Abo drauf.
Kassenpflichten. Nutzt du eine elektronische Kasse oder eine Kassen-App, die Umsätze aufzeichnet, muss sie mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) arbeiten. Seit dem 1. Januar 2025 meldest du elektronische Kassensysteme über ELSTER beim Finanzamt, neu angeschaffte Systeme innerhalb eines Monats. Ein reines Kartenterminal ohne Kassenfunktion ist davon nicht erfasst. Kläre im Zweifel mit deiner Steuerberatung, ob dein Setup als Kasse gilt.
Payment-Setup in 30 Tagen
Tag 1 bis 7: Anforderungen klären. Lege fest, welche Zahlungsarten deine Zielgruppe erwartet, welche Länder du belieferst und ob du Abos, Vorbestellungen oder Verkauf vor Ort brauchst. Prüfe, welche Zahlungsanbieter dein Shopsystem ohne Zusatzgebühr unterstützt.
Tag 8 bis 14: Anbieter auswählen und Konto eröffnen. Vergleiche Gebühren anhand deines erwarteten Warenkorbs. Für die Kontoeröffnung brauchst du in der Regel Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug, Ausweisdokumente, Geschäftskonto und eine Beschreibung deines Geschäftsmodells. Die Prüfung (Know Your Customer) kann einige Tage dauern.
Tag 15 bis 21: Integrieren und testen. Binde den Anbieter im Testmodus ein. Teste erfolgreiche Zahlungen, abgelehnte Karten, 3-D-Secure-Abfragen, Erstattungen und Teilerstattungen. Prüfe, ob die Zahlungsdaten korrekt in deine Buchhaltung exportiert werden.
Tag 22 bis 30: Live gehen und überwachen. Schalte live, beobachte Abbruchquoten im Checkout und reagiere schnell auf erste Streitfälle. Richte Benachrichtigungen für Rückbuchungen ein, denn die Fristen für eine Antwort sind kurz.
Wenn dein Shop wächst, lohnt sich ein zweiter Anbieter als Ausfallsicherung und ein Gespräch über individuelle Konditionen. Mehr zum kontrollierten Wachstum steht im Ratgeber Startup skalieren.
Häufige Fragen
Welcher Zahlungsanbieter ist für einen kleinen Onlineshop am günstigsten?
Bei Kartenzahlungen sind PSPs wie Stripe oder Mollie meist günstiger als PayPal. Am billigsten ist die SEPA-Lastschrift mit einer festen Gebühr von 0,35 Euro. Verzichte trotzdem nicht vorschnell auf PayPal, wenn deine Kunden es erwarten, denn ein abgebrochener Kauf kostet mehr als die Gebühr.
Darf ich PayPal-Gebühren an Kunden weitergeben?
Für SEPA-Zahlungen und Verbraucherkarten verbietet § 270a BGB Aufschläge ausdrücklich. Ob ein Aufschlag für andere Zahlungsarten zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab und birgt Abmahnrisiken. Einfacher ist es, die Kosten in den Preis einzurechnen.
Was passiert bei einem Chargeback?
Der Karteninhaber widerspricht der Zahlung bei seiner Bank. Der Betrag wird dir zunächst abgezogen, dazu kommt eine Gebühr, bei Stripe 20 Euro. Du kannst mit Belegen wie Versandnachweis und Kommunikation widersprechen. Gut dokumentierte Bestellungen sind dein bester Schutz.
Brauche ich für Kartenzahlung auf dem Markt eine Kasse mit TSE?
Ein Kartenterminal allein ist keine Kasse. Sobald du aber eine elektronische Kasse oder Kassen-App einsetzt, die deine Umsätze aufzeichnet, brauchst du eine TSE und musst das System beim Finanzamt melden. Eine offene Ladenkasse ohne elektronisches System ist weiterhin zulässig.







