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Software für Gründer: Was du in welcher Phase brauchst

Software für Gründer nach Phase: Businessplan, Buchhaltung, E-Rechnung, Kasse, Warenwirtschaft und CRM. Mit Pflichten, Auswahlkriterien und Kostenbeispiel.

Symbolbild: Software für Gründer: Was du in welcher Phase brauchst

Foto: Erick Cerritos / Unsplash

Inhaltsverzeichnis
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Software für Gründer nach Phase im Überblick
  3. Phase 1: Businessplan und Finanzplanung
  4. Phase 2: Buchhaltung und Rechnungen
  5. Phase 3: Warenwirtschaft für Handel und Produktion
  6. Phase 4: CRM für Vertrieb und Kundenpflege
  7. Auswahlkriterien für jede Software
  8. Kostenbeispiel: Software-Budget im ersten Jahr
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Welche Software für Gründer sinnvoll ist, hängt von der Phase ab: Vor dem Start brauchst du ein Werkzeug für Businessplan und Finanzplanung, ab dem ersten Umsatz eine Buchhaltung, die E-Rechnungen empfangen kann, und erst mit Lager oder wachsendem Vertrieb eine Warenwirtschaft oder ein CRM. Einiges ist kostenlos, etwa die Tools der staatlich geförderten Gründerplattform und das Steuerportal ELSTER. Kaufe nichts auf Vorrat. Jedes Abo erhöht deine Fixkosten, bevor es Arbeit spart.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor der Gründung: Businessplan- und Finanzplan-Tools gibt es kostenlos, etwa bei Gründerplattform und IHK.
  • Ab dem ersten Umsatz: Rechnungs- und Buchhaltungssoftware, die E-Rechnungen empfangen kann. Das ist seit 2025 Pflicht.
  • Mit Ladengeschäft: Elektronische Kassen brauchen eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE).
  • Mit Lager und Wachstum: Warenwirtschaft und CRM, wenn Tabellen nicht mehr reichen.
  • Bei jedem Cloud-Tool: Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO abschließen.

Software für Gründer nach Phase im Überblick

PhaseAufgabeSoftware-TypKostenlose Option
Idee und PlanungGeschäftsmodell, Businessplan, FinanzplanBusinessplan-Tool, TabellenkalkulationGründerplattform, IHK-Vorlagen
StartRechnungen schreiben, Belege erfassen, Steuern meldenRechnungs- und BuchhaltungssoftwareELSTER für Meldungen, einfache Rechnungsprogramme
Verkauf vor OrtBarumsätze aufzeichnenKassensystem mit TSEkeine
Handel und LagerBestände, Bestellungen, LieferscheineWarenwirtschaftTabelle nur bei sehr wenigen Artikeln
WachstumKundenkontakte, Angebote, VertriebCRMje nach Anbieter Gratis-Einstiegsversion

Phase 1: Businessplan und Finanzplanung

Wer Fördermittel oder einen Kredit will, kommt um die Erstellung eines Businessplans nicht herum. Die IHK München bietet dafür eine Mustervorlage und ein Finanzplan-Tool an. Die Gründerplattform, eine Initiative von Bundeswirtschaftsministerium und KfW, führt mit ihrem Businessplan-Tool Schritt für Schritt von der Konkurrenzanalyse bis zum Finanzteil. Tools, Sprechstunden und Trainings sind dort laut Betreiber nahezu komplett kostenfrei.

Kostenpflichtige Businessplan-Software lohnt sich für die meisten Gründer nicht. Wichtiger als das Werkzeug ist ein realistischer Finanzplan. Wie ausführlich der Plan sein muss, erklärt Businessplan oder Lean Canvas.

Phase 2: Buchhaltung und Rechnungen

Ab dem ersten Kunden brauchst du ein System für Rechnungen und Belege. Drei Pflichten bestimmen, was es können muss:

  • E-Rechnung: Seit dem 1. Januar 2025 musst du E-Rechnungen empfangen können. Ab 2027 oder 2028 musst du sie im B2B-Geschäft auch ausstellen, je nach Vorjahresumsatz. Welche Formate gelten, steht in XRechnung, ZUGFeRD, Peppol.
  • Elektronische Meldungen: Die Umsatzsteuer-Voranmeldung übermittelst du nach § 18 UStG elektronisch, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 60 EStDV ebenfalls. Das kostenlose Portal ELSTER reicht dafür, viele Buchhaltungsprogramme übermitteln direkt.
  • Unveränderbarkeit: Buchungen dürfen nicht spurlos geändert werden. Software muss Korrekturen protokollieren.

Für Kleinunternehmer und Freiberufler genügt oft ein einfaches Rechnungsprogramm mit Belegerfassung. Einen Vergleich findest du in Rechnungsprogramme für Kleinunternehmer. Ob du später bilanzieren musst, klärt der Artikel zur Buchführungspflicht. Kläre die Wahl mit deiner Steuerberatung ab, damit die Daten ohne Umweg dort ankommen.

Verkaufst du im Laden oder auf Märkten mit elektronischer Kasse, gilt § 146a AO: Das System braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, jeder Kunde bekommt einen Beleg, und du meldest die Kasse innerhalb eines Monats beim Finanzamt.

Phase 3: Warenwirtschaft für Handel und Produktion

Sobald du Waren einkaufst, lagerst und verschickst, wird die Tabelle zum Risiko. Eine Warenwirtschaft führt Bestände automatisch nach, erinnert an Nachbestellungen und erzeugt Lieferscheine und Rechnungen aus einem Auftrag. Bei der Wahl zählen weniger die Funktionslisten als die Frage, welche Kanäle angebunden werden müssen: Onlineshop, Marktplatz, Ladenkasse, Buchhaltung.

Ein Beispiel für eine Desktop-Lösung ist Lexware warenwirtschaft. Laut Anbieterseite verwaltet sie Kunden, Artikel und Lieferanten, führt Lagerbestände nach Menge und Wert, erstellt E-Rechnungen in ZUGFeRD und XRechnung und bindet Webshop und Kasse an. Sie läuft unter Windows im Mietmodell, ab 61,90 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer (Stand: Oktober 2026). Einen Einstieg in die Auswahl einer passenden Warenwirtschaftssoftware gibt die Produktseite mit Variantenvergleich.

Prüfe vor dem Kauf:

  1. Wie viele Artikel, Varianten und Lagerorte hast du?
  2. Brauchst du Serien- oder Chargennummern?
  3. Welche Verkaufskanäle sollen Bestände automatisch abgleichen?
  4. Läuft die Software lokal, in der Cloud oder hybrid, und wie greifst du mobil zu?

Phase 4: CRM für Vertrieb und Kundenpflege

Ein CRM bündelt alle Kontakte, E-Mails, Angebote und Termine an einer Stelle. Spätestens wenn zwei Personen Kunden betreuen oder du mehr als eine Handvoll Angebote parallel verfolgst, verlierst du ohne zentrale Ablage den Überblick. Eine Customer-Relationship-Management-Software (CRM) hilft beim Kundenservice, beim Priorisieren von Vertriebschancen und beim Automatisieren von Routineaufgaben wie Wiedervorlagen.

Weil ein CRM personenbezogene Daten speichert, gilt die DSGVO. Mit dem Anbieter schließt du einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Achte auf Löschfristen, abgestufte Zugriffsrechte und einen Serverstandort in der EU oder eine andere zulässige Grundlage für Datenübermittlungen.

Auswahlkriterien für jede Software

  • Pflichten erfüllt: E-Rechnung, Protokollierung, Exporte für Finanzamt und Steuerberatung.
  • Schnittstellen: Bank, Buchhaltung, Shop, Kalender. Jede fehlende Schnittstelle bedeutet Handarbeit.
  • Datenhoheit: Kannst du alle Daten vollständig exportieren, wenn du wechselst?
  • Datenschutz: Auftragsverarbeitungsvertrag, Serverstandort, Zwei-Faktor-Anmeldung.
  • Kostenmodell: Preis pro Nutzer, Kündigungsfrist, Kosten für Zusatzmodule.

Kostenbeispiel: Software-Budget im ersten Jahr

Beispiel mit angenommenen Monatspreisen, die tatsächlichen Preise stehen auf den Anbieterseiten: Ein Gründer mit kleinem Onlinehandel nutzt eine Buchhaltungssoftware für 15 Euro, ein CRM-Einstiegspaket für 20 Euro und ab Monat sieben eine Warenwirtschaft für 62 Euro im Monat. Businessplan und Steuermeldungen erledigt er mit kostenlosen Tools.

  • Buchhaltung: 12 × 15 Euro = 180 Euro
  • CRM: 12 × 20 Euro = 240 Euro
  • Warenwirtschaft: 6 × 62 Euro = 372 Euro
  • Summe: 792 Euro netto im ersten Jahr, also rund 66 Euro im Monat

Rechne diese Summe in deine laufenden Kosten ein. Wie das geht, zeigt Fixkosten berechnen. Prüfe jedes Abo nach sechs Monaten: Wird es genutzt, spart es Zeit, fehlt eine Funktion?

Häufige Fragen

Welche Software brauche ich als Gründer zuerst?

Eine Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware, die E-Rechnungen empfangen kann. Für den Businessplan reichen kostenlose Angebote. Warenwirtschaft und CRM kommen erst, wenn Lager oder Vertrieb es erfordern.

Gibt es kostenlose Software für Gründer?

Ja. Die Gründerplattform von Bundeswirtschaftsministerium und KfW bietet Businessplan-Tool und Rechtsformfinder weitgehend kostenfrei an, ELSTER ist kostenlos. Auch für Rechnungen gibt es kostenlose Programme, meist mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Ab wann lohnt sich eine Warenwirtschaft?

Wenn du Bestände über mehrere Kanäle verkaufst, regelmäßig nachbestellen musst oder Fehlbestände Umsatz kosten. Bei wenigen Artikeln und einem Verkaufskanal reicht anfangs oft die Buchhaltung mit einer Bestandsliste.

Muss Gründer-Software in Deutschland gehostet sein?

Nein. Elektronische Bücher dürfen nach § 146 AO auch in anderen EU-Staaten geführt werden, wenn das Finanzamt vollen Datenzugriff hat. Für personenbezogene Daten verlangt die DSGVO bei Anbietern außerhalb der EU zusätzliche Garantien.

Quellen

Partnerbeitrag: Dieser Artikel enthält Links zu Angeboten unserer Partner.

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