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Das KfW StartGeld, offiziell ERP-Gründerkredit StartGeld (Programmnummer 067), ist der Standardkredit für Gründerinnen und Gründer mit überschaubarem Kapitalbedarf. Seit dem 1. Dezember 2025 finanziert die KfW damit bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel. Beantragt wird der Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Hausbank. Weil die KfW der Bank 80 Prozent des Ausfallrisikos abnimmt, bekommen auch Gründer ohne lange Kredithistorie mit diesem Programm eher eine Zusage.
Das Wichtigste in Kürze
- Betrag: bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben, davon maximal 80.000 Euro für Betriebsmittel (Stand: Merkblatt vom 18.06.2026).
- Für wen: Gründer, Freiberufler, kleine Unternehmen unter fünf Jahren am Markt, auch im Nebenerwerb und bei Unternehmensnachfolgen.
- Laufzeit: bis 5 Jahre mit 1 tilgungsfreien Jahr oder bis 10 Jahre mit bis zu 2 tilgungsfreien Jahren.
- Zins: fest für die gesamte Laufzeit, festgelegt am Tag der Zusage.
- Antrag: über eine Bank oder Sparkasse, immer vor Beginn des Vorhabens.
Was ist das KfW StartGeld?
Das StartGeld ist ein Förderkredit aus dem ERP-Sondervermögen des Bundes, den die staatliche Förderbank KfW über Banken und Sparkassen vergibt. Die Bank prüft deinen Antrag, trägt aber nur 20 Prozent des Risikos. Die übrigen 80 Prozent übernimmt die KfW (Haftungsfreistellung). Für die Bank ist das ein Grund, auch kleinere Gründungen zu finanzieren, die sie mit einem normalen Kredit ablehnen würde.
Bis November 2025 lag der Höchstbetrag bei 125.000 Euro, für Betriebsmittel bei 50.000 Euro. Mit der Erhöhung zum 1. Dezember 2025 deckt das Programm jetzt auch Gründungen mit größerem Warenlager oder höheren Anfangsinvestitionen ab.
Konditionen im Überblick
| Merkmal | Regelung |
|---|---|
| Höchstbetrag | 200.000 Euro pro Vorhaben (Gesamtfremdfinanzierungsbedarf) |
| Betriebsmittel | maximal 80.000 Euro, inklusive Aufstockung des Warenlagers |
| Finanzierungsanteil | bis zu 100 Prozent des Fremdfinanzierungsbedarfs |
| Laufzeit | mindestens 2 Jahre, bis 5 Jahre (max. 1 tilgungsfreies Jahr) oder bis 10 Jahre (max. 2 tilgungsfreie Jahre) |
| Zinsbindung | fest für die gesamte Laufzeit |
| Haftungsfreistellung | 80 Prozent für die finanzierende Bank |
| Auszahlung | 100 Prozent, abrufbar innerhalb von 12 Monaten nach Zusage |
| Bereitstellungsprovision | 0,15 Prozent pro Monat auf nicht abgerufene Beträge, ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen nach Zusage |
| Vorzeitige Rückzahlung | nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung |
Den aktuellen Zinssatz veröffentlicht die KfW in ihrer Konditionenübersicht. Er richtet sich nach dem Kapitalmarkt und gilt ab dem Tag der Zusage für die gesamte Laufzeit.
Wer bekommt das StartGeld?
Antragsberechtigt sind laut Merkblatt:
- Gründer als natürliche Personen, die ein Gewerbe oder eine freiberufliche Existenz in Deutschland gründen.
- Junge Unternehmen, deren Vorhaben innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit startet, zum Beispiel für Festigungsinvestitionen.
- Kleine Unternehmen nach EU-Definition (weniger als 50 Beschäftigte, Jahresumsatz oder Bilanzsumme höchstens 10 Millionen Euro), wenn mindestens ein Gesellschafter die persönlichen Voraussetzungen erfüllt.
- Gründungen im Nebenerwerb.
- Unternehmensnachfolgen, also die Übernahme eines bestehenden Betriebs. Ausgeschlossen sind Käufe zwischen nahestehenden Personen.
- Kleine gemeinnützige Unternehmen und Sozialunternehmen.
Außerdem musst du die nötige fachliche und kaufmännische Qualifikation mitbringen. Bei einer GmbH oder UG musst du Geschäftsführer sein, im Handelsregister stehen und ausreichenden unternehmerischen Einfluss haben. Welche Rechtsform sich für deine Gründung eignet, erklärt unser Artikel Rechtsform wählen.
Was wird finanziert?
- Investitionen: Maschinen, Fahrzeuge, Ausstattung, Einrichtung, Software oder der Kauf eines Unternehmens
- Betriebsmittel: Anlaufkosten, Miete und Löhne in der Startphase, Marketing (bis 80.000 Euro)
- Warenlager: Erstausstattung und dauerhaft notwendige Aufstockung
Die Umsatzsteuer kann mitfinanziert werden, wenn du nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt bist. Kontokorrent- und Lieferantenkredite zählen nicht zur 200.000-Euro-Grenze.
So läuft der Antrag ab
- Kapitalbedarf berechnen. Liste alle Investitionen, Anlaufkosten und deinen privaten Lebensunterhalt bis zum Break-even auf. Unsere Anleitung zum Fixkosten berechnen hilft dabei.
- Businessplan erstellen. Banken erwarten einen Businessplan mit Finanzplan und Rentabilitätsvorschau. Wie ausführlich er sein muss, steht in Businessplan oder Lean Canvas.
- Bank ansprechen. Vereinbare einen Termin bei deiner Hausbank oder einer anderen Bank, die KfW-Kredite durchleitet. Sprich das StartGeld direkt an. Nicht jeder Berater schlägt es von sich aus vor.
- Unterlagen einreichen. Neben Businessplan und Finanzplan brauchst du in der Regel eine KMU-Erklärung, eine De-minimis-Erklärung (Übersicht über erhaltene Beihilfen) und Nachweise deiner Qualifikation.
- Kreditentscheidung. Die Bank prüft Bonität, Sicherheiten und Tragfähigkeit und reicht den Antrag bei der KfW ein. Einen Rechtsanspruch auf den Kredit gibt es nicht.
- Zusage und Abruf. Nach der Zusage schließt du den Kreditvertrag mit der Bank und rufst das Geld innerhalb von zwölf Monaten ab.
Wichtig: Der Antrag muss gestellt sein, bevor du mit dem Vorhaben beginnst. Wer vorher schon verbindliche Kauf- oder Lieferverträge für das finanzierte Vorhaben unterschreibt, riskiert die Förderung. Bereite deshalb alles vor, aber unterschreibe erst nach dem Antrag.
Rechenbeispiel
Beispiel mit einem angenommenen Zinssatz von 5 Prozent (den tatsächlichen Satz nennt die KfW-Konditionenübersicht): Ein Gründer leiht sich 100.000 Euro für zehn Jahre mit zwei tilgungsfreien Jahren.
- Jahr 1 und 2: Er zahlt nur Zinsen, rund 417 Euro im Monat.
- Ab Jahr 3: Er tilgt 96 Monate lang gleichmäßig rund 1.042 Euro pro Monat. Dazu kommen die sinkenden Zinsen. Die erste Rate nach der tilgungsfreien Zeit liegt bei etwa 1.458 Euro und wird dann jeden Monat kleiner.
Die tilgungsfreien Jahre entlasten die Liquidität am Anfang, verlängern aber die Zinszahlungen. Nimm sie nur in Anspruch, wenn du sie wirklich brauchst.
Sicherheiten und Eigenkapital
Auch beim StartGeld verlangt die Bank bankübliche Sicherheiten. Das Risiko trägt sie nur zu 20 Prozent, deshalb fallen die Anforderungen meist geringer aus als bei einem normalen Kredit. Eine Kapitalgesellschaft wie eine GmbH muss zusätzlich vereinbaren, dass die Gesellschafter anteilig für die gesamte Laufzeit mithaften.
Eigenkapital ist keine formale Pflicht. Die KfW finanziert bis zu 100 Prozent des Fremdkapitalbedarfs. Die Bank bewertet einen eigenen Beitrag aber positiv, er verbessert deine Chancen. Wie du ohne eigenes Startkapital vorgehst, liest du in Selbstständig machen ohne Eigenkapital.
StartGeld mit anderen Förderungen kombinieren
- Gründungszuschuss: Der Gründungszuschuss der Arbeitsagentur sichert deinen Lebensunterhalt, das StartGeld finanziert Investitionen. Beides lässt sich kombinieren.
- Andere KfW- oder ERP-Programme: Für dasselbe Vorhaben nicht kombinierbar.
- Zuschüsse der Länder: Grundsätzlich möglich, solange die EU-Beihilfegrenzen eingehalten werden.
- Investoren: Wenn dein Kapitalbedarf deutlich über 200.000 Euro liegt, kommen Beteiligungskapital oder größere Förderkredite in Frage. Einen Überblick gibt Investoren finden.
Häufige Fragen
Kann ich das KfW StartGeld direkt bei der KfW beantragen?
Nein. Der Antrag läuft immer über eine Bank oder Sparkasse, die das Kreditrisiko teilweise mitträgt. Die KfW vergibt das StartGeld nicht direkt an Gründer.
Gibt es das StartGeld auch für eine Gründung im Nebenerwerb?
Ja. Laut Merkblatt sind auch Gründungen im Nebenerwerb förderfähig. Wie bei jeder Gründung prüft die Bank, ob das Vorhaben tragfähig ist und die Raten zuverlässig bezahlt werden können.
Was passiert, wenn ich mehr als 200.000 Euro brauche?
Den Teil über 200.000 Euro musst du anders finanzieren, etwa mit Eigenkapital, einem Bankkredit oder Beteiligungskapital. Für größere Gründungs- und Nachfolgevorhaben bietet die KfW den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) an.
Warum lehnt die Bank das StartGeld ab, obwohl die KfW 80 Prozent absichert?
Die Bank trägt weiterhin 20 Prozent des Risikos und entscheidet selbst über den Kredit. Häufige Gründe sind ein schwacher Businessplan, unrealistische Umsatzerwartungen, fehlende Qualifikation oder ein Vorhaben, das schon vor dem Antrag begonnen hat. Hol dir in dem Fall ein zweites Angebot bei einer anderen Bank.







